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Ein Investment-Mythos besagt, dass Aktien langfristig immer steigen, die beste Strategie sei also „Kaufen und Halten“. Dies scheint bei einem ersten Blick auf einen langjährigen Chart zu stimmen, eine genauere Analyse nährt jedoch ernsthafte Zweifel an der Vorteilhaftigkeit dieser Strategie.
Ein Planungszeitraum sollte realistisch sein und im Kontext eines normalen menschlichen (Berufs-)Lebens stehen. Wir betrachten daher Planungszeiträume von mehr als 20 Jahren für das liquide Vermögen als unsinnig.
Der individuelle Investitionszeitpunkt durch einen Geldzufluss (z. B. durch Firmenverkauf, Erbschaft etc.) ist in der Regel unabhängig vom aktuellen Niveau an den Finanzmärkten, Gleiches gilt für den Liquidationszeitpunkt, wenn das Geld aus welchen Gründen auch immer benötigt wird.
Es ist daher bei der Geldanlage ein kontinuierlicher Wertzuwachs anzustreben, damit nicht die, eventuell von äußeren Umständen erzwungene, Liquidation der Anlage zu einem ungünstigen und eventuell verlustreichen Zeitpunkt erfolgt. Diese Prämisse ist bei einer Anlage in den Aktienmarkt nicht erfüllt. Für ungünstige Anlagezeiträume gibt es in der Geschichte ebenso viele Beispiele wie für günstige.
Der amerikanische Aktienindex Dow Jones Industrial Average ist der Index mit der längsten Historie. Im Jahre 1896, dem Jahr der ersten Indexberechnung, stand der Index bei gut 40 Punkten. Nach zwischenzeitlichen Höhenflügen war der Index im Jahre 1932 wieder auf diesem Kursniveau. Dies sind 36 Jahre ohne Verzinsung - keine gute Zeit für „Kaufen und Halten“.
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Wer 1928 Geld in den amerikanischen Aktienmarkt investiert
hatte, musste bis 1954 - also gut ein viertel Jahrhundert - Geduld
bewahren, bis er sein Geld wieder hatte - keine gute Zeit für „Kaufen
und Halten“.
Wer 1989 (als der NIKKEI bei knapp 39.000 Punkten
stand) in Japan der Aussage seines Bankberaters vertraute, dass Aktien
langfristig pro Jahr um 8% im Durchschnitt steigen, wird - nachdem er
nun schon über 20 Jahre gewartet hat - noch sehr lange warten müssen,
um die versprochene Durchschnittsrendite für den Gesamtzeitraum zu
erhalten - keine gute Zeit für „Kaufen und Halten“.
Auch in
Europa befinden wir uns aktuell in einer solchen Phase. Das vergangene
Jahrzehnt ist für Europa börsentechnisch das, was die Neunziger für
Japan waren - ein verlorenes Jahrzehnt. Ob das kommende Jahrzehnt
besser wird, ist nicht seriös zu prognostizieren. Somit wird "Buy and
Hold" zum Glücksspiel.
Überragende Ergebnisse sind mit der
Strategie „Kaufen und Halten“ nicht zu erzielen. Wir sind uns sicher,
dass dies auch Ihrer persönlichen Erfahrung entspricht.
Daher
agieren wir auch nicht wie die klassischen Vermögensverwalter, sondern
verfolgen eine langfristige Strategie, die aus vielen Investitionen
eher kurzfristiger Natur besteht. Chancen müssen schnell erkannt und
ausgenutzt werden.
Langfristiges Parken in unrentablen Anlagen
wird so vermieden. Langes Festhalten an nicht-performenden Investments
reduziert die durchschnittliche Jahresperformance deutlich.
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